Fährt man vom Kanzleramt flussaufwärts, gelangt man nach wenigen hundert Metern an eine Insel im Strom – dort nahm Berlin seinen Anfang. Die Spreeinsel wiegt ein Museum, das „Alte“ genannt, erbaut vom jungen Schinkel, mit mächtiger Front zu Lustgarten und Schloss. Schaut man vom Kanzleramt südwärts, ahnt man hinter dem Tiergarten die Nationalgalerie. Mies van der Rohe löst Stahl und Glas vom Stein, wendet das „Alte“ Museum in die „Neue“ Nationalgalerie; wenn es gelänge, diese Tugenden zu vereinen …
Die Fassaden des Bundeskanzleramtes sind raumhoch verglast. Die schlanken, tragenden Betonstützen umhüllen wie ein Schleier die Glasebene. Sie fassen jeweils zwei Ebenen zu einem Doppelgeschoss zusammen. Dadurch gewinnen die Fassaden Tiefe und geben dem Haus Maßstab und Ausstrahlung im weiten Spreebogen. Das Entwurfskonzept führt die Tugenden von Altem Museum und Neuer Nationalgalerie in einem modernen Kontext zusammen. Das Bundeskanzleramt verweist auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Nation als Voraussetzung einer aufgeklärten Demokratie.

Projekt:
Auftraggeber:
Status:
Leistungen:
Preis: