Die Leipziger Straße weist zwischen Wilhelmstraße und Potsdamer Platz auf einer Länge von mehr als 500 m keine Querverbindungen auf. Dies wird sich mit der Fertigstellung der Passage im Wertheimareal auf der Nordseite ändern. Im großen Block auf der Südseite bilden die Gebäude des Bundesrates (ehemals Preußisches Herrenhaus), des Finanzministeriums (ehemals Reichsluftfahrtministerium, danach Haus der Ministerien der DDR) sowie des Berliner Abgeordnetenhauses die politische Geschichte Deutschlands ab.

Mit der Bebauung des Grundstücks Leipziger Straße 2 mit dem Besucherzentrum des Bundesrates ergibt sich die Möglichkeit, diesen „Politischen Megablock“ durch eine „stille“ städtebauliche Passage zu gliedern und visuell erlebbar zu machen. Entlang der Arkade kann der Passant oder Besucher über das Café, den Multifunktionsraum, das Hauptfoyer oder einen Info- und Ausstellungsraum gezielt oder „zufällig“ in das Gebäude gelangen. Durch das Foyer ergibt sich schon von der Arkade aus ein Durchblick von der Leipziger Straße nach Süden auf das Berliner Abgeordnetenhaus und den Gropiusbau. Das Foyer ist durch große Glasflügel teilbar, so dass verschiedene öffentliche/nicht öffentliche Nutzungs- und Zugangsszenarien möglich sind. Gleiches gilt auch für die Obergeschosse mit dem Konferenzbereich, der Bibliothek und der Dokumentation. Das Besucherzentrum präsentiert sich mit einer großzügigen gegliederten Fassade aus Naturstein an der Leipziger Straße. Durch die großen Geschoßhöhen und Verglasungen wird seine Zugehörigkeit zum Bestandsbau des Bundesrates erkennbar. Anders als die massive Natursteinfassade des Bestandes signalisieren die großen Öffnungen, eingebettet in eine ruhige klare Fassadengliederung, den öffentlichen Charakter seiner Nutzung.

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